Unscheinbarer Singvogel erobert Kaiser und Kinder
„Chinesische Nachtigall“ war der Star des jungen Publikums im Festspielhaus
Dunkel war es - und ungewohnt: man durfte auf der Bühne sitzen, genauer auf dem Bühnenboden, wenn man noch ein Kind war. Damit waren die jungen Besucher der Kinderoper „Die chinesische Nachtigall“ ganz nahe an den Schauspielern dran. Die Uraufführung der Kinderoper inszeniert vom Ensemble der „Jungen Kammeroper Kön“, war die Hauptattraktion des Kindertags im Baden-Badener Festspielhaus. (...)
Die Nachtigall war aber nicht so einfach zu finden. Erst als Eltern und Kinder in das Suchlied mit einstimmten und sogar einen Kanon wagten, öffnete sich der eiserne Vorhang. Aus dem grün angestrahlten Zuschauerraum/Wald schallten liebliche Töne. (...)
Gereckte Hälse, aufgerichtete Kinderoberkörper - ganz schön gruselig fanden die jungen Zuschauer Patrick Kramar, der in die Rolle des weiß gewandeten Todes schlüpfte. (...)
In letzter Sekunde rette die Nachtigall den Kaiser. Der kam zur Einsicht, wie unrecht er dem kleinen Vogel getan und seinen wahren Wert nicht erkannt hatte. „Wer aus tiefster Seele singt, kommt der Wahrheit nah. Wer mit seinem Herzen hört, sieht die Welt ganz klar.“ So lautet das Fazit, mit dem die Kinderoper in rauschendem Applaus und Fußgetrappel endete.
Badisches Tagesblatt, 29.06.2009
Dunkel war es - und ungewohnt: man durfte auf der Bühne sitzen, genauer auf dem Bühnenboden, wenn man noch ein Kind war. Damit waren die jungen Besucher der Kinderoper „Die chinesische Nachtigall“ ganz nahe an den Schauspielern dran. Die Uraufführung der Kinderoper inszeniert vom Ensemble der „Jungen Kammeroper Kön“, war die Hauptattraktion des Kindertags im Baden-Badener Festspielhaus. (...)
Die Nachtigall war aber nicht so einfach zu finden. Erst als Eltern und Kinder in das Suchlied mit einstimmten und sogar einen Kanon wagten, öffnete sich der eiserne Vorhang. Aus dem grün angestrahlten Zuschauerraum/Wald schallten liebliche Töne. (...)
Gereckte Hälse, aufgerichtete Kinderoberkörper - ganz schön gruselig fanden die jungen Zuschauer Patrick Kramar, der in die Rolle des weiß gewandeten Todes schlüpfte. (...)
In letzter Sekunde rette die Nachtigall den Kaiser. Der kam zur Einsicht, wie unrecht er dem kleinen Vogel getan und seinen wahren Wert nicht erkannt hatte. „Wer aus tiefster Seele singt, kommt der Wahrheit nah. Wer mit seinem Herzen hört, sieht die Welt ganz klar.“ So lautet das Fazit, mit dem die Kinderoper in rauschendem Applaus und Fußgetrappel endete.
Badisches Tagesblatt, 29.06.2009
Unterhaltend und durchdacht
Kammeroper Köln spielte Mozarts Zauberflöte für die Volksbühne
Schräg, schrill und frech präsentierte die Junge Kammeroper Köln am Dienstag und Mittwoch Mozarts „Zauberflöte“ im ausverkauften Saalbau. (...) Tolle Stimmen, wunderschöne Duette, ein gut abgestimmtes Ensemble und eine mutige, freche Inszenierung in einem stimmigen Bühnenbild machen „Die Zauberflöte“ zu einem modernen Opernerlebnis.
Als gelungen und bis in den letzten Winkel durchdacht erweist sich Eisenbergs Inszenierung und hat es noch dazu in sich: Es wäre töricht, einen auf den ersten Blick lustige Inszenierung der wohl berühmtesten und meistgespielten Mozartopern rein auf ihren Unterhaltungswert zu reduzieren, denn Enke Eisenberg klischiert intelligent mal mehr mal weniger subtil das in der „Zauberflöte“ dokumentierte Geschlechterverhältnis und die Frauenrolle seit dem 18. Jahrhundert. Die Inszenierung macht deutlich: In dieser Oper findet das eigentliche Leben in den klassischen Geschlechterrollen statt. Eisenbergs Inszenierung schärft den Blick für den offenen Chauvinismus des zu allen Zeiten populären Kulturereignisses „Zauberflöte“.
Ruhrnachrichten, 23.03.2006
Schräg, schrill und frech präsentierte die Junge Kammeroper Köln am Dienstag und Mittwoch Mozarts „Zauberflöte“ im ausverkauften Saalbau. (...) Tolle Stimmen, wunderschöne Duette, ein gut abgestimmtes Ensemble und eine mutige, freche Inszenierung in einem stimmigen Bühnenbild machen „Die Zauberflöte“ zu einem modernen Opernerlebnis.
Als gelungen und bis in den letzten Winkel durchdacht erweist sich Eisenbergs Inszenierung und hat es noch dazu in sich: Es wäre töricht, einen auf den ersten Blick lustige Inszenierung der wohl berühmtesten und meistgespielten Mozartopern rein auf ihren Unterhaltungswert zu reduzieren, denn Enke Eisenberg klischiert intelligent mal mehr mal weniger subtil das in der „Zauberflöte“ dokumentierte Geschlechterverhältnis und die Frauenrolle seit dem 18. Jahrhundert. Die Inszenierung macht deutlich: In dieser Oper findet das eigentliche Leben in den klassischen Geschlechterrollen statt. Eisenbergs Inszenierung schärft den Blick für den offenen Chauvinismus des zu allen Zeiten populären Kulturereignisses „Zauberflöte“.
Ruhrnachrichten, 23.03.2006
Mut und Verzweiflung eine Stimme gegeben
„Briefe des van Gogh“: Oper mit Tiefgang im Theater Nordhausen
Das ist nichts für den harmoniebedachten Opern-Normalvebraucher! Für den offenen, den gern auch (nach)denkenden Geist ist Enke Eisenbergs Inszenierung der Mono-Oper „Briefe des van Gogh“ eine Spitzenleistung in Ton, Bild und Regie.
(...) Das ganze Theater unterm Dach ist Bühnenbild an diesem Abend. Die Grenze zwischen Akteur und Publikum ist aufgehoben, das Publikum ist Teil der Handlung, der Ausstattung. (...) „Wird hier gespielt oder kann man sich setzen?“, fragt ein Gast. Bühnenbildner Wolfgang Kurima Rauschning zuckt mit den Schultern. Bald weiß jener Herr, dass an diesem Abend jeder ein Mitspieler ist.
(...) Die junge Regisseurin Enke Eisenberg und Bühnenbildner Wolfgang Kurima Rauschning schufen eine intelligente Inszenierung von großer Symbolkraft. Niemand kann sich den Geschehnissen entziehen, er steckt ganz tief drin. (...)Eigentlich müsste, nein , möchte man sich dieses Werk, für das mir nur ein „Bravo“ einfällt, von jedem Platz aus ansehen.
Mitteldeutsche Zeitung, 29.11.2005
Das ist nichts für den harmoniebedachten Opern-Normalvebraucher! Für den offenen, den gern auch (nach)denkenden Geist ist Enke Eisenbergs Inszenierung der Mono-Oper „Briefe des van Gogh“ eine Spitzenleistung in Ton, Bild und Regie.
(...) Das ganze Theater unterm Dach ist Bühnenbild an diesem Abend. Die Grenze zwischen Akteur und Publikum ist aufgehoben, das Publikum ist Teil der Handlung, der Ausstattung. (...) „Wird hier gespielt oder kann man sich setzen?“, fragt ein Gast. Bühnenbildner Wolfgang Kurima Rauschning zuckt mit den Schultern. Bald weiß jener Herr, dass an diesem Abend jeder ein Mitspieler ist.
(...) Die junge Regisseurin Enke Eisenberg und Bühnenbildner Wolfgang Kurima Rauschning schufen eine intelligente Inszenierung von großer Symbolkraft. Niemand kann sich den Geschehnissen entziehen, er steckt ganz tief drin. (...)Eigentlich müsste, nein , möchte man sich dieses Werk, für das mir nur ein „Bravo“ einfällt, von jedem Platz aus ansehen.
Mitteldeutsche Zeitung, 29.11.2005
Barockoper in englischer Sprache erwies sich als Glücksgriff
Das Ensemble „Cosi facciamo“ bescherte unter der Regie von Enke Eisenberg dem theater itzehoe einen „Hochkaräter“
Nach diesem Theaterabend wird man den Namen des Ensembles „cosi facciamo“ nicht vergessen. (...) konzeptionell durchdachtes, fein nuanciertes und handwerklich auf höchstem Niveau stehendes Theaterspiel fand hier die begeisterte Zustimmung des Publikums. (...) Vielmehr macht Frau Eisenbergs Regie hier mit allen Mitteln des Theaters die Erfahrung der Unsterblichkeit des Geliebten sinnlich wahrnehmbar, diese Szene geht unter die Haut. Vor allem, als die Scheinwerfer langsam ins Publikum blenden, wird klar, dass diese uralte Geschichte im Hier und Jetzt spielt.
Die Regie aktualisiert aber nicht plump-plakativ, sondern amüsant-hintersinnig, geradezu philosophisch geschickt. (...) Viel mehr halfen (beim Verständnis des englischen Originaltextes) die inzenatorischen Ideen und das Spiel der fünf Figuren auf der Bühne. Selbst die Musik wurde zur sprechenden Hilfe, weil das Bühnengeschehen trotz allen Tempos während der da-capo-Arien immer neue Zäsuren und Verständnishilfen bot, sei es im pantomimischen Freeze der Figuren, sei es im Kostüm oder in der Maske.
Fazit: Theaterchefin Dr. Mechthild Hobl-Firedrich ist ein Glücksgriff gelungen, dem dem theater itzehoe einen künstlerischen Hoch-Karäter bescherte. Dierser lebte von der Spannung zwischen dem musikalisch Historisierenden und dem inszenatiorisch Aktualisierenden.
Norddeutsche Rundschau, 25.02.2004
Nach diesem Theaterabend wird man den Namen des Ensembles „cosi facciamo“ nicht vergessen. (...) konzeptionell durchdachtes, fein nuanciertes und handwerklich auf höchstem Niveau stehendes Theaterspiel fand hier die begeisterte Zustimmung des Publikums. (...) Vielmehr macht Frau Eisenbergs Regie hier mit allen Mitteln des Theaters die Erfahrung der Unsterblichkeit des Geliebten sinnlich wahrnehmbar, diese Szene geht unter die Haut. Vor allem, als die Scheinwerfer langsam ins Publikum blenden, wird klar, dass diese uralte Geschichte im Hier und Jetzt spielt.
Die Regie aktualisiert aber nicht plump-plakativ, sondern amüsant-hintersinnig, geradezu philosophisch geschickt. (...) Viel mehr halfen (beim Verständnis des englischen Originaltextes) die inzenatorischen Ideen und das Spiel der fünf Figuren auf der Bühne. Selbst die Musik wurde zur sprechenden Hilfe, weil das Bühnengeschehen trotz allen Tempos während der da-capo-Arien immer neue Zäsuren und Verständnishilfen bot, sei es im pantomimischen Freeze der Figuren, sei es im Kostüm oder in der Maske.
Fazit: Theaterchefin Dr. Mechthild Hobl-Firedrich ist ein Glücksgriff gelungen, dem dem theater itzehoe einen künstlerischen Hoch-Karäter bescherte. Dierser lebte von der Spannung zwischen dem musikalisch Historisierenden und dem inszenatiorisch Aktualisierenden.
Norddeutsche Rundschau, 25.02.2004